Senioren

Die Pflicht, sich einer ärztlichen Kontrolluntersuchung zu unterziehen, besteht für über 70-jährige Lenkerinnen und Lenker grundsätzlich alle zwei Jahre, wobei der Kontrollrhythmus auch verkürzt werden kann, wenn die verkehrsmedizinischen Mindestanforderungen nur knapp erreicht werden oder verkehrsmedizinsch relevante Erkrankungen bestehen.

Erstmals werden Führerausweisinhaber etwa drei Monate vor Erreichen des 70. Altersjahres und danach alle zwei Jahre (gerechnet ab dem letzten Untersuchungsdatum) an die Pflicht zur verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung erinnert.

Wichtig: Der Nationalrat hat beschlossen, dass die Pflicht zur regelmässigen medizinischen Kontrolluntersuchung künftig erst ab 75 Jahren bestehen soll. Die neue Regelung ist aber noch nicht in Kraft. Bis dahin gilt weiterhin die hier beschriebene Regelung. Mehr Informationen in unserer aktuellen Meldung.

Anerkannte Ärztinnen und Ärzte

Welche Ärztinnen und Ärzte über die erforderliche Anerkennungsstufe 1 verfügen, ist bei der Terminvereinbarung direkt bei der Ärztin oder dem Arzt abzuklären.

Besitzen Senioren lediglich die Führerausweiskategorien A, A1, B, B1, F, G und/oder M, kann die ärztliche Untersuchung während einer Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2017 nach wie vor bei der bisherigen Hausärztin/beim bisherigen Hausarzt bzw. einem frei gewählten Arzt (Hausarzt) durchgeführt werden (Art. 151j Abs. 6 VZV). Arztberichte von im Ausland praktizierenden Ärzten können nicht akzeptiert werden.
Ab dem 1. Januar 2018 hat die Untersuchung zwingend bei einem Arzt/einer Ärztin der Anerkennungsstufe 1 oder höher stattzufinden.

Fristen

Sollte das Strassenverkehrsamt nicht rechtzeitig im Besitz des ärztlichen Berichts sein, muss mangels nachgewiesener Fahreignung gestützt auf das Strassenverkehrsrecht des Bundes das Verfahren zum Entzug des Führerausweises eingeleitet werden. Eine Wiedererteilung des Führerausweises ist in diesen Fällen bis zum Nachweis der Fahreignung nicht möglich (Art. 14, Art. 15d, Art. 16 Abs. 1 und Art. 30 VZV). Um dies zu verhindern, besteht die Möglichkeit, den Führerausweis befristet zu hinterlegen. Diese Option empfiehlt sich insbesondere auch dann, wenn die Sehwerte ungenügend sind oder die betroffene Person an einer schwerwiegenden, vorübergehenden Krankheit leidet, die das Lenken eines Motorfahrzeuges zum momentanen Zeitpunkt nicht erlaubt.