Praxis

Fahren in angetrunkenem Zustand (FiaZ)

Das Gesetz unterscheidet drei Fälle von Fahren in angetrunkenem Zustand (leichte, mittelschwere und schwere Widerhandlung), die unterschiedliche Administrativmassnahmen nach sich ziehen:

  • Lenken eines Motorfahrzeugs mit einer nicht qualifizierten Blutalkoholkonzentration (d.h. mit 0.5 bis 0.79 Promille) ohne weitere Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften (leichte Widerhandlung)
    Sanktion im Erstfall: Verwarnung
  • Lenken eines Motorfahrzeugs mit einer nicht qualifizierten Blutalkoholkonzentration (d.h. mit 0.5 bis 0.79 Promille) bei gleichzeitiger Begehung einer leichten Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften (mittelschwere Widerhandlung)
    Sanktion im Erstfall: Ausweisentzug von mindestens einem Monat
  • Lenken eines Motorfahrzeugs mit einer qualifizierten Blutalkoholkonzentration (d.h. 0.8 Gewichtspromille und mehr) (schwere Widerhandlung)
    Sanktion im Erstfall: Ausweisentzug von mindestens drei Monaten

Im Zusammenhang mit der Gewichtung des Verschuldens fällt die Administrativmassnahme in der Praxis mit steigender Promillezahl zunehmend strenger aus.

Die angeführten Massnahmen sind gesetzliche Mindestsanktionen für den Erstfall. Ist der fahrerische Leumund der betroffenen Person mit Administrativmassnahmen vorbelastet, oder liegen andere massnahmeverschärfende Zumessungskriterien vor (z.B. Mehrheit von massnahmerelevanten Tatbeständen, schweres Verschulden, Schwere der Verkehrsgefährdung), so sind diese Mindestsanktionen entweder nach Ermessen zu erhöhen, oder aber es gelten von vornherein schärfere, gesetzliche Mindestmassnahmen (Kaskadensystem).

Bei wiederholtem Fahren in angetrunkenem Zustand oder beim Vorliegen eines hohen Blutalkoholgehaltes kann sich die Frage nach der Fahreignung und damit nach der Notwendigkeit eines vorsorglichen Entzugs resp. eines Sicherungsentzugs stellen.