Die Widerhandlungen

Wurden Verkehrsregeln verletzt, die - strafrechtlich - nicht im Ordnungsbussenverfahren erledigt werden können, oder wurde ein Verkehrsunfall verursacht, so ist in der Sprache des Gesetzes eine leichte, eine mittelschwere oder eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften begangen worden. Diese verschiedenen Arten von Widerhandlungen ziehen unterschiedlich strenge Administrativmassnahmen nach sich.

Ist sowohl das Verschulden als auch die Gefährdung der Verkehrssicherheit leicht, liegt eine leichte Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften vor. Nach einer solchen wird bei unbelastetem fahrerischem Leumund eine Verwarnung angeordnet.
Hingegen muss der Lernfahr- oder Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen werden, wenn in den zwei Jahren vor dieser leichten Widerhandlung der Ausweis entzogen war oder eine andere Administrativmassnahme verfügt wurde.

Ist die Widerhandlung weder leicht noch schwer, oder geht es um gewisse andere Tatbestände, so ist das Fehlverhalten als mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften zu qualifizieren. Die gesetzliche Mindestentzugsdauer bei einer mittelschweren Widerhandlung beträgt bei unbelastetem fahrerischem Leumund einen Monat.

Wiegt das Verschulden schwer und hat die fehlbare Person zumindest in grobfahrlässiger Weise wichtige Verkehrsvorschriften verletzt und damit eine konkrete oder zumindest erhöhte abstrakte Gefährdung anderer Personen geschaffen, liegt eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften vor. Auch die Tatbestände des Fahrens in angetrunkenem (mit Blutalkoholkonzentration von 0.8 ‰ und mehr) oder sonstwie fahrunfähigem Zustand (Arznei- und/oder Betäubungsmitteleinfluss, Übermüdung), der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, der Führerflucht und des Fahrens trotz Entzug stellen schwere Widerhandlungen dar.
Nach einer solchen wird bei unbelastetem fahrerischem Leumund eine mindestens dreimonatige Entzugsdauer angeordnet.

Kaskadensystem

Im Wiederholungsfall fallen die Sanktionen gemäss dem gesetzlich vorgegebenen Kaskadensystem (gesetzliche Abstufung der Mindestsanktionen für Wiederholungstäter) ungleich härter aus. So führt beispielsweise die zweite schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften innerhalb von fünf Jahren zu einer mindestens 12-monatigen Entzugsdauer.

Auslandtat

Wurden die Widerhandlungen nicht in der Schweiz, sondern im Ausland begangen, kann es unter besonderen Voraussetzungen in der Schweiz zu einem Ausweisentzug kommen.